Gartenschau ohne Grenzen oder Hindernisse:

Barrierefreiheit & Inklusion

Die Landesgartenschau Kirchheim soll für alle erlebbar sein – unabhängig von Alter, Herkunft und körperlichen oder geistigen Möglichkeiten. Deshalb ist beinahe das gesamte Gelände barrierefrei. Daneben gibt es vergünstigte Eintrittskonditionen, spezielle Führungen, individuelle Serviceangebote sowie ein inklusives Veranstaltungsprogramm, um alle an dem grün-bunten Event teilhaben zu lassen. Auch die Website der Landesgartenschau ist barrierefrei.

Die Themenfelder Inklusion und Barrierefreiheit spielen bei Landesgartenschauen eine wichtige Rolle und begleiteten auch die Planungen in Kirchheim von Anfang an.

In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis München und verschiedenen Institutionen oder Vereinen aus dem Umland ist ein ganzheitliches Konzept entstanden.

Barrierefreiheit auf dem Gelände

Der neue Ortspark ist nahezu vollständig barrierefrei. In der Planung hat das Büro SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH die Grundprinzipien der barrierefreien Gestaltung im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum laut DIN 18040-3 umgesetzt.

Es gibt durchgängig barrierefrei nutzbare Wegeketten. Alle Eingänge in den neuen Ortspark und sämtliche Zugänge zu den öffentlichen Gebäuden sind barrierefrei. Die Gefälle der Wege im neuen Park betragen maximal 6 % und sind daher leicht mit dem Rollator oder dem Rollstuhl zu bewältigen. Ein Abschnitt der Wegeverbindung zur Sphäre Garten enthält ein Gefälle von über 6 %, auf welches mit einem Hinweisschild aufmerksam gemacht wird. Die wenigen Treppen auf dem Gelände können bequem umfahren werden.

Die Wege sind durch intuitive Leitlinien – sprich farbliche und taktile Flächenkontraste entlang der Wegekanten – markiert. An Konfliktpunkten, wie Kreuzungen, Gefahrenstellen oder barrierefrei zugänglichen Angeboten, ergänzen taktile Elemente aus Edelstahl das intuitive Leitsystem.

Vor Kreuzungen stoßen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen auf Markierungen aus Metall – sogenannte Bodenindikatoren – die darauf hinweisen, dass sich Wege kreuzen. An den Uferkanten des Sees zeigen Aufmerksamkeitsfelder aus Metall-Noppen die natürlichen Begrenzungen an. Die Randbereiche zum Wasser hin sind nach oben abgeschrägt und damit ebenfalls ein klarer Hinweis, dass hier erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist. An gepflasterten Plätzen wird die Leitlinie mithilfe von Betonplatten oder Rillenplatten weitergeführt.

Eine Besonderheit ergibt sich in der Sphäre „Wildnis“: Auf Ortbeton-Stegen lässt sich das weitestgehend naturbelassene Areal erkunden. Die Wege haben daher eine Aufkantung von 5 cm.

Für die einzelnen Abschnitte wurden größtenteils Längen von über 20 m gewählt. Durch ihre Geradlinigkeit lassen sie sich gut überbrücken.

Zur Überwindung von Höhenunterschieden sind Anlagen wie Treppen oder Rampen eingebunden. Für die Park-Kanzel, die 8,5 m hohe Aussichts-Plattform des neuen Ortsparks, ist ein Bereich für den schwellenlosen Zugang bis 5,7 m eingerichtet. Die Park-Kanzel ermöglicht einen Weitblick über den südlichen Bereich des Geländes – und bei gutem Wetter einen tollen Blick auf die Alpenkette.

Für Verschnaufpausen stehen ausreichend Parkbänke zur Verfügung: Insgesamt werden 121 Bänke und Ruhezonen geschaffen. Diese sind in der Regel in einem Abstand von weniger als 100 m angeordnet. Stellplätze für Rollstuhlfahrer*innen wurden ebenfalls berücksichtigt.

An drei zentralen Standorten im Ortspark ist ein taktiler Lageplan angebracht: am Bürgersaal, beim Generationenplatz und beim Hausener Holzweg.

Anreise

Barrierefreiheit auf einer Landesgartenschau fängt schon bei der Anreise an.

Beim Eingang Kirchheim stehen ausreichend Parkplätze für Menschen mit Behinderung zur Verfügung.

Die S-Bahn-Haltestelle Heimstetten (S2) ist barrierefrei ausgebaut. Durch die Erhöhung der Bahnsteigkanten auf 96 cm entfällt die Stufe beim Einstieg in die Züge. Die Personenunterführung ist saniert, neue Treppenanlagen und Aufzüge sind eingebaut. Auch ein Blindenleitsystem ist installiert.

Von der S-Bahn-Haltestelle Heimstetten aus erreichen Sie über einen kurzen Fußweg (ca. 10 Minuten) den Eingang Heimstetten. Oder Sie fahren mit dem Bus direkt zum Eingang Kirchheim (Buslinie 262, Haltestelle Parkallee).

An den Kassen befinden sich abgesenkte Schalter, die Rollstuhlfahrer bequem anfahren können.

Alle Eingänge sind barrierefrei.

Eintrittspreise

Vergünstigte Eintrittskonditionen gibt es für Einzelreisende mit Schwerbehinderung (Grad der Behinderung mindestens 50 %) bei gültigem Nachweis. Sie zahlen 16,00 € statt 19,50 € für eine Tageskarte. Bei Merkzeichen B, H, aG und BI im Ausweis hat eine Begleitperson freien Eintritt.

Für organisierte Gruppenreisen von Behindertenwerkstätten oder ähnlichen Einrichtungen gibt es ein besonderes Angebot: Menschen mit Behinderung im Gruppenverband zahlen 15,00 € pro Teilnehmer, wobei pro Gruppe zwei Betreuer*innen und jede Begleitperson bei Merkzeichen B, H, aG und BI freien Eintritt erhält.

Mobilitätshilfen

Es können Mobilitätshilfen wie Rollstühle, Elektromobile oder Bollerwagen kostenlos gegen Pfand vor Ort an den Kassen Kirchheim und Heimstetten ausgeliehen werden. Das Pfand beträgt 50 €. alternativ ist die Hinterlegung des Personalausweises möglich. Eine vorherige Reservierung für Elektromobile und Rollstühle ist notwendig. Weitere Details zur Reservierung finden Sie Anfang 2024 auf dieser Seite. 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Partner Rolli-World GmbH, der uns Rollstühle und Elektromobile für die Landesgartenschau zur Verfügung stellt. Die Partnerschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Inklusion auf der Landesgartenschau Kirchheim.

Assistenzhunde dürfen selbstverständlich mit auf die Gartenschau. Bitte führen Sie den entsprechenden Nachweis mit.

Gartenschau-Besuch

Die Informationstafeln zu allen Ausstellungsbeiträgen sind mit erhöhten QR-Codes ausgestattet. Durch Scannen der QR-Codes werden die Inhalte des jeweiligen Ausstellungsbeitrags vorgelesen.

Demnächst ergänzen wir auf dieser Seite die Ausstellungsbeiträge, die sich besonders mit dem inklusiven Gedanken beschäftigen.

An allen WC-Standorten gibt es barrierefreie Toiletten.

Alle Zugänge zum Bürgersaal (indoor Veranstaltungsort) sind schwellenlos. Es gibt barrierefrei nutzbare Aufzüge und eine öffentlich zugängliche barrierefreie Toilette. Zudem wird eine indukTive Höranlage für schwerhörige Menschen verbaut. 

Spielplätze

Der zentrale Spielplatz auf dem Gartenschaugelände bietet auf seinen 3.000 Quadratmetern viel Platz zum Toben. Egal ob Kleinkinder, Schulkinder oder Jugendliche – hier ist für jede*n zwischen drei und 16 Jahren etwas geboten. Thematisch orientieren sich die „Keltenwelten“ an der Siedlungsgeschichte Kirchheims.

Der Spielplatz wurde für Kinder mit und ohne Einschränkungen konzipiert. Schon bei der Planung wurden Elemente für Kinder mit eingeschränkter Sehfähigkeit und blinde Kinder einbezogen. Es gibt auch barrierefrei anfahrbare Spielgeräte.

Die Spielgeräte in den Inseln in der Sphäre Wildnis sind zum Großteil barrierefrei anfahrbar.

Sport für alle

In der Sphäre Wiese laden vier Aktivpunkte – Insel mit Fitnessgeräten – zum Auspowern ein. Der gesamte Parcours führt einmal um die große Wiese herum. An einem Inklusionsbarren können Menschen mit dem Rollstuhl zwischen die Stangen fahren und „Dips“ ihre Koordination, ihre Kraft und ihre Beweglichkeit verbessern. Am niedrigen Barren sind die Holme abgewinkelt, um Rollifahrer* innen eine barrierefreie Durchfahrt zu ermöglichen. Der hohe „Dips-Barren“ bietet durch eine schräge Anordnung unterschiedliche Übungspositionen und unterschiedliche Griffmöglichkeiten durch einseitig überstehende Holme.

Veranstaltungsprogramm

Integration, Inklusion und Barrierefreiheit spielen auch im Veranstaltungsprogramm der Landesgartenschau Kirchheim eine große Rolle. Es gibt nicht einen „Tag der Inklusion“, die Themen finden sich im gesamten Programm wieder. So sollen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenwachsen und ein Zeichen für ein gemeinsames Miteinander gesetzt werden. Auf Landesgartenschauen soll Bewusstsein für Inklusion geschaffen werden.

Gemeinsam mit zahlreichen Partner*innen ist ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm geplant: 145 Tage mit unzähligen Veranstaltungen für Groß und Klein. Schauen Sie gern öfter auf dieser Seite vorbei – wir ergänzen in regelmäßigen Abständen neue Inhalte.

Das Bühnenprogramm der Eröffnungsveranstaltung und weitere Veranstaltungen mit längeren Redebeiträgen werden in Gebärdensprache übersetzt.

Die Themenwoche 9. bis 22. August 2024 „Zusammen Sein“ dreht sich unter anderem um Inklusion und Barrierefreiheit. Demnächst ergänzen wir hier, was Sie konkret in der Themenwoche erwarten wird.

Im Rahmen des Umweltbildungsprogramms „Schule im Grünen“ gibt es Angebote für Förderschulen und ähnliche Einrichtungen.

Führungen

Es können Führungen in Gebärdensprache sowie Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen gebucht werden. Darüber hinaus werden Führungen in leichter Sprache angeboten. Weitere Details zur Buchung finden Sie Anfang 2024 auf der Seite Führungen.

Informationsmaterialien

Für allgemeine Informationen zum Gartenschau-Besuch gibt es einen Flyer in leichter Sprache. Dieser ist voraussichtlich ab Mitte 2023 verfügbar.

Zur Orientierung blinder und sehbehinderter Menschen auf der Gartenschau gibt es einen taktilen Geländeplan an den Kassen zum Verleih.

Barrierefreie Website

Auch die Website der Landesgartenschau wurde barrierefrei gestaltet: Es gibt Inhalte in leichter Sprache, auch diese haben das Gütesiegel von Inclusion Europe erhalten. Der Kontrast der Seite kann verändert werden. Außerdem haben die einzelnen Seiten der Website eine Vorlesefunktion. Zudem ist eine Anleitung zur Anpassung der Schriftgröße und Tastatursteuerung enthalten. Videos in Gebärdensprache sind geplant.

Fragen oder Anregungen?

Für Fragen, Wünsche oder Anregungen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung. Unsere Kontaktdaten und ein Kontaktformular finden Sie hier.