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150.000 Zwiebeln gepflanzt!

Blumenzwiebeln im Winterschlaf

Knapp 150.000 Blumenzwiebeln sind noch vor der Frostperiode auf dem Gelände der Bayerischen Landesgartenschau Kirchheim gepflanzt worden. Nun halten sie Winterschlaf und warten in der Erde auf den warmen Frühling. Kurz vor Eröffnung der Landesgartenschau am 15. Mai treiben sie aus – und werden dann in allen Farben blühen!

Wie genau die Blütenpracht aussehen soll, hat sich Pflanzplanerin Hanne Roth ausgedacht, die bereits seit der Bayerischen Landesgartenschau 1994 in Hof für Gartenschauen im Einsatz ist. In Kirchheim werden die spätblühenden Tulpen im Zusammenspiel mit verschiedenen Zierlaucharten begleitet von ein- und zweijährigen Pflanzen wie Mohn und Goldlack, die rund um die Eröffnung für viele weitere Farbtupfer in den insgesamt 40 großen und kleinen Wechselflorflächen sorgen. Sind die Tulpen und andere Frühjahrsblumen verblüht, wird Hanne Roth sie durch Sommerflor ersetzen, sprich durch Sorten, die keinen Frost vertragen und deshalb erst nach den Eisheiligen eingebracht werden dürfen. Nachdem die Eisheiligen zwischen dem 11. und dem 15. Mai liegen, ist Vorsicht mit den Sommerblumen geboten! „Den Sommerflor noch vor der Eröffnung zu pflanzen, wäre zu risikoreich, vor allem kalte Nächte beeinträchtigen zügiges Wachstum“, sagt Hanne Roth.

Gleichzeitig ist es ihr wichtig, ressourcenschonend zu arbeiten und nur dort einen Wechsel vorzunehmen, wo er unbedingt notwendig ist. Die Pflanzungen sollen naturnah in den verschiedenen Entwicklungsstadien zusammenspielen und trotzdem zum Hingucker werden.

Auf Hanne Roths großen Plänen mit den vielen farbigen Tupfern wird deutlich, wie kleinteilig das
Pflanzkonzept aufgesetzt ist. Teilweise liegen bis zu 2.000 Blumenzwiebeln in einer einzigen Wechselflorfläche – und Hanne Roth hat jeder einzelnen Zwiebel einen speziellen Platz zugeteilt.

Ihre Ideen übersetzt sie dazu zunächst in Farbskizzen, beispielsweise für ein Beet in Violett und Orange, in dem lilafarbene Iris, orangefarbene Lilien und der Milchstern in Orange blühen sollen, und entwickelt daraus dann Stück für Stück die Abfolge eines Musters: Welche Farbschattierungen passen besonders gut zueinander? Welche Wuchsformen sollen sich abwechseln? An welcher Stelle muss Ordnung ins Beet und wo soll es wie zufällig hingekleckst aussehen? Am Ende soll alles ineinandergreifen, um die Landesgartenschaubesucherinnen und -besucher Woche für
Woche mit neuen Farben und Blüten zu überraschen. Gleichzeitig geht es darum, das
Konzept der Landesgartenschau „Zusammen.wachsen.“ abzubilden und das bunte Leben
im neuen Ortspark zu spiegeln.

Das Pflanzsubstrat liefert die Landesgartenschau Kirchheim übrigens frei Haus. Bei den archäologischen Voruntersuchungen, die im Frühjahr 2021 stattfanden, musste der gesamte Oberboden des künftigen Ortsparks einmal abgeschoben werden, um sicherzugehen, dass sich darunter keine besonderen archäologischen Funde befinden. Gemischt mit Rotlage und Kies sowie zugekauftem Natursand, Ziegelsplitt und Kompost wurden die gigantischen Mengen an Erde, die damals verschoben wurden, zu einem wirkungsvollen Pflanzsubstrat gemischt, das nun in großen Mengen verfügbar ist.

Zwischen den vielen Blühflächen und mehr als 25.000 Quadratmetern Wiese im Park ist im
Herbst auf weiteren knapp 14.000 Quadratmetern auch Rasen angesät worden. Er wird ab dem Frühjahr grüne Relaxflächen bieten: zum Sitzen, Entspannen – und Blumen anschauen.

150.000 Blumenzwiebeln – so setzt sich die Zahl zusammen:

  • Knapp 70.000 Zwiebeln wurden auf den Ortspark-Flächen gepflanzt, die dauerhaft
    bestehen bleiben.
  • Knapp 80.000 kamen auf den temporären Wechselflorflächen in die Erde – wo sie für alle Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau blühen werden.